Inhalt der Andacht

1. Lied inmate 4859 (sabaton) abspielen

2. Liederklärung (siehe unten)

3. Blowing in the Wind (Die Antwort weiß nur der Wind)

4. Bibelstelle Lukas 11, 11-16 (siehe unten)

5. Go tell it to the mountain

6. Erklärung mit Bezug auf Lied (Mit Refrain-Text auf englisch und deutsch)
Ein paar von euch kennen die Geschichte, die ich erzählen will, vielleicht schon. Nach Sabaton „inmate 4859“, nach einer wahren Begebenheit.
Im 2. Weltkrieg gab es einen Polen, der damals noch zu Beginn des Krieges zu den Russen gegangen war, um ihnen von den KZs zu berichten, damit diese die Lager als erstes angreifen und den Tod von vielen Menschen verhindern. Die Russen haben ihm nicht geglaubt, haben ihn weggeschickt und haben gesagt wenn er das nicht beweisen kann, befürchten sie eher, er will sie in eine Falle locken. Er besorgte sich daraufhin einen falschen jüdischen Pass und ließ sich von den Nazis gefangen nehmen. Er kam nach Auschwitz, ein Vernichtungslager, und versuchte dort Beweise zu sammeln, er war 6 Monate dort und organisierte in der Zeit mit einigen jüdischen Ärzten zusammen eine geheime Erste-Hilfe-Station, in welcher andere Häftlinge mit notdürftigen Mitteln verarztet wurden. Daraus wurde eine KZ-interne Widerstandsbewegung. Zudem schaffte er es, nachts in die Baracken der Wachmänner einzubrechen und Dokumente zu stehlen, welche eindeutig bewiesen, dass dort gezielt Juden und Regimegegner getötet werden. Er schaffte zudem noch die Flucht und ging damit wieder zu den Russen. Diese waren der Meinung, wenn all seine Behauptungen wahr wären, sei seine Tat unmöglich zu überleben gewesen und gingen daher davon aus, er würde mit den Deutschen zusammenarbeiten, klagten ihn des Verrats an und erschossen ihn.
Dieser Mann hat sein Leben riskiert und ist freiwillig durch die Hölle gegangen, um wildfremden Menschen in Not zu helfen. Man könnte meinen, dafür sollte jemand Dank erfahren, doch er wurde erschossen, als Verräter. Bis heute kennen die wenigsten seine Geschichte oder gar seinen Namen: Witoldi Polecki.

Auch Jesus wurde Bösartigkeit unterstellt, z. B. im Lukasevangelium Lukas 11, 11-16:
Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. 15 Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. 16 Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel.
Er wurde dann gekreuzigt.

Was ich damit sagen will: Wir neigen dazu viel mehr das Schlechte zu sehen, und wenn etwas gut läuft, wird das als selbstverständlich hingenommen. So hört man in der Flüchtlingskrise nur, die Politiker würden versagen und mit dem Strom an Flüchtlingen nicht umgehen können. Doch beinahe nie hört man etwas von all den freiwilligen Helfern die sich Tag ein Tag aus für die Flüchtlinge einsetzen. Es ist selbstverständlich, dass jedes etwas größere Dorf eine Freiwillige Feuerwehr hat oder am Badeweiher einer von der Wasserwacht steht. Auch hier in der EJ sind alle freiwillig und machen das aus Spaß, helfen anderen. Doch viel zu selten sagen wir danke an alle Menschen, die uns helfen. Nicht nur Leute in irgendwelchen Organisationen, auch die Familie oder Freunde, diese Menschen sind immer für uns da, helfen uns in jeder Lage weiter, doch beinahe nie schaffen wir es, uns bei den Menschen, die uns wichtig sind, zu bedanken. Als Abschluss oder Moral hab ich daher die Bitte an euch, geht doch mal zu den Menschen, die euch wichtig sind hin und bedankt euch mal bei ihnen, dass sie für euch da sind 😉

7. Gebet
Guter Gott,
in unserem Leben ist es nicht einfach, zufrieden zu sein. Hilf uns dabei, zu erkennen, dass es uns gut geht und warum es uns gut geht. Hilf uns, dankbar zu sein und Dankbarkeit zeigen zu können.
Lass uns erkennen, wenn jemand etwas Tolles vollbracht hat und hilf uns, Anerkennung dafür zu zeigen.
Amen

 


Dekanatsjugendkammer Freising